Beschleunigten demografischen Wandel als Chance für Betriebe nutzen

 Im Japanischen bezeichnet Genba den konkreten Ort, an dem die Realität stattfindet. Für ein Unternehmen ist das z.B. sein Arbeitssystem. Auch das GenBa-Projekt hat einen solchen konkreten „Ort“ im Blick: die GenerationenBalance in den betrieblichen Belegschaften. Diese Balance – im Sinne ausgewogener Altersstrukturen und eines respektvollen, produktiven und innovationsförderlichen Zusammenwirkens der verschiedenen Altersgruppen – muss immer wieder neu hergestellt werden. Dabei stellt der beschleunigte demografische Wandel in Ostdeutschland eine besondere Herausforderung dar, bietet aber auch besondere Lerngelegenheiten und Chancen. Er ist gekennzeichnet durch Merkmale wie den raschen Umschlag von sehr starken zu sehr

schwachen Nachwuchskohorten oder das Vorhandensein altershomogener Belegschaften.Vor allem viele Kleinbetriebe mit problematischen Altersstrukturen sind einem rasanten Rückgang der Nachwuchskräfte ausgesetzt. Deshalb hat sich das interdisziplinäre GenBa-Projekt das Ziel gesetzt, innovative Instrumente und Vorgehensweisen zum ganzheitlichen Umgang mit dem beschleunigten demografischen Wandel zu entwickeln, sie in enger Kooperation mit Betrieben wie z.B. der MIBRAG mbH zu erproben und für eine nachhaltige Anwendbarkeit vorzubereiten. Dabei sollen Betriebe mit ausgewählten, häufig anzutreffenden Problemlagen befähigt werden, ihre Generationenbalance zu verbessern und hierdurch ihr Innovationspotenzial zu stärken.

genba kooperation bluegraphik 2013

Auf der Grundlage der Analyse von Dimensionen und Formen der Betroffenheit durch beschleunigten demografischen Wandel in verschiedenen Typen von Betrieben werden gemeinsam mit den Partnern praxistaugliche Konzepte für die Bewältigung bestimmter demografieinduzierter Herausforderungen entwickelt und erprobt. Dazu zählen ein (Selbst-)Analysetool für Betriebe, ein unternehmensübergreifendes Unterstützungskonzept für junge Führungskräfte im Umgang mit älteren Leistungsträgern im Betrieb, ein modulares Konzept des Kompetenzund Wissensmanagements für die speziellen Problemlagen von Kleinbetrieben und ein integratives Lernkonzept in altersgemischten Gruppen, mit dessen Hilfe Betriebe mit Personalproblemen den „Suchraum“ bei der Personalrekrutierung erweitern und ggf. ihre Altersstruktur gezielt beeinflussen können. Der Ergebnistransfer erfolgt in zwei Unternehmensnetzwerken mittels Veranstaltungen, Veröffentlichungen und durch Multiplikatoren.